Französische Revolutionsstürme ...

Auf dem gleichen Bauplatz erstand dann wiederum eine Doppelkirche. Mangel an Geld verzögerte deren Vollendung. Erst 1717 konnte der deutschreformierte Teil, 1739 der wallonische eingeweiht werden. Die Anlage zeigte nicht mehr die ursprüngliche Fassung. Der Flügel, der sehr klein gewordenen wallonischen Gemeinde, war kleiner als bisher. Die beiden Gemeinden waren auch nicht in der Lage, den Turm in ganzer Höhe zu erbauen. Nur zwei Turmgeschosse konnten aufgerichtet werden, die durch ein niederes Pyramidendach abgeschlossen wurden. Der Stich der Gebrüder Klauber aus dem Jahre 1782 (Bild oben links) gibt eine anschauliche Vorstellung von dem Aussehen dieses Bauwerk.

Doch auch ihm war kein gnädiges Schicksal beschieden. Bei der Beschießung Mannheims während der franzözischen Revolutionsstürme brannte die Kirche völlig aus. Nie wieder hergestellt wurde der wallonische Teil. Heute steht an dieser Stelle die Friedrich-Liszt-Schule. Dem Wiederaufbau der Kirche lag im Wesentlichen der alte Wachter'sche Plan zugrunde. Am 2. November 1800 konnte ein neues deutsch-reformiertes Gotteshaus eingeweiht werden, das an den stehengebliebenen Turm angebaut worden war, doch ließ der Mangel an Mitteln den Ausbau des Turmes nicht zu. Erst in den Jahren 1892/93, als die Kirche umgebaut und renoviert wurde, erhielt der Turm seine jetzige Gestalt, er ist der höchste Kirchturm der Stadt und eines ihrer Wahrzeichen.