armSELIG - Die Mannheimer Vesperkirche

Über das Thema Armut, seine Ursachen und seine Folgen, wird derzeit vielfach, sachkundig und engagiert berichtet. Mit „armSELIG“ ist nun ein Buch erschienen, das die Ebene der Analyse radikal verlässt und stattdessen unmittelbar spürbar macht, was Armut für die Menschen bedeutet, die in ihr leben.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Vesperkirche war 2007 eine kleine Broschüre geplant, wie man sie eben so macht: ein paar Grußworte, ein paar aufrüttelnde Texte, ein bisschen sich auf die Schulter schlagen, aber nicht so dass es peinlich würde. Dann aber fanden sich Leute, die so begeistert waren von der Aufgabe an und über die Vesperkirche zu arbeiten, dass nun etwas ganz anderes herausgekommen ist. Nämlich ein echtes hundert Seiten starkes Buch! Die Autorin Claudia Cornelsen, die Grafikerin Gaby Hellwig und der Fotograf Christian Spielmann haben sich mitreißen lassen von den Emotionen in der Vesperkirche, der Intensität mit der hier das Leben in Armut aufschlägt, so dass es schwer ist unberührt stehen zu bleiben. Das Wichtigste in dem Buch: Fotos und Originaltöne von Betroffenen, den Gästen der Vesperkirche! Denen die da schon seit Jahren sind und den vielen die in den letzten zwei drei Jahren hinzu gekommen sind... Sie erzählen Geschichten die sind so traurig, dass man sich darunter hinwegducken möchte und andere von neuem Mut und Hoffnung und dem Widerstehen und dann wieder vom Untergehen und Verzagen. Aber es finden sich auch Texte aus Gottesdiensten und drumherum, vom evangelischen Landesbischof, dem früheren Mannheimer Oberbürgermeister, von Künstlern und Mitarbeitern... "armSELIG" heißt dieses Buch. Weil die Armen nicht immer selig und manchmal nur armselig sind, weil die Armut unselig ist – weil aber dennoch Gott sich zuwendet, denen die in Armut leben und wir es mit ihm tun wollen und so vielleicht alle Anteil gewinnen an seiner Seligkeit.